Negativer Mehrwertsteuer-Effekt verpufft - Wahre Preistreiber sind Energiekartelle

Die Befragten sehen in der höheren Mehrwertsteuer mehrheitlich keinen negativen Einfluss auf die eigene Absatzsituation in den nächsten 6 Monaten. Selbst bei Aggregation der Antworten nach demselben Verfahren wie bei den regulären Indices ergibt sich ein nur leicht negativer Wert von "-24".

Aus den persönlichen Kommentaren der Befragten ergibt sich sehr deutlich, was aus Sicht der Einkaufsleiter/innen und Manager/innen im Einkauf den Standort Deutschland wirklich gefährdet. Preise für Energie- und Fertigungsmaterialien seien nicht von tatsächlicher Nachfrage und tatsächlichem Angebot bestimmt, sondern von Rohstoff-Spekulanten und Monopolisten wesentlich manipuliert. Ein Einkäufer beschwerte sich gar, die Bezeichnung "Einkäufer" sei nicht mehr zeitgemäß, heute seien viel mehr "Brokerkenntnisse" erforderlich. Ein Verweis auf die kartellartigen Strukturen bei Strom- und Gashandel findet sich in nahezu jeder Kommentierung.

So überrascht es nicht, dass die Einkäufer "Strom" zum Preisübertreiber des Halbjahres 1/2007 wählen. 300 Einkäufer stimmten für "Strom", 238 für "Kraftstoffe", 209 für "Gas". Dass die durch Mineralöl- und Ökosteuern zusätzlich erhöhten Sprit-Preise den Wirtschaftsstandort Deutschland schädigen, darauf deutet der "Gewinner" in der Kategorie "Preisübertreiber-Dienstleistungen": "Transport-Dienstleistungen" machten hier knapp das Rennen vor "Beratung" und "EDV-Service".

7.3.07 15:02, kommentieren

Einkaufspreise steigen - Unternehmen kaufen mehr Vorprodukte im Ausland

Alle Indices des Einkaufsmanager-Wirtschaftsboard erreichen einen positiven Wert. Die deutsche Wirtschaft befindet sich eindeutig in einer Expansionsphase. Der globale Kostendruck wird allerdings an die Einkaufsmanager weitergegeben, so dass zunehmend im günstigeren Ausland eingekauft wird. Die von den Einkäufer prognostizierte Absatzentwicklung (Aktuell: Absatzindex: 88 - Vorbefragung: 45) liegt deutlich über der, aus Sicht der Einkäufer schon geplanten, Veränderung der Einkaufsmengen fürs Inland (EKW-Inlandsmengen: 33). Selbst der gestärkte Auslandseinkauf erreicht nicht die Absatzerwartungen der Manager. Setzt man die entsprechenden Indices miteinander ins Verhältnis, zeigt sich, die Lagerbestände deutscher Unternehmen werden tendenziell sinken (Lagertrend-Index: 160).

86% der Einkäufer erwarten einen signifikanten Preisanstieg im Inland, knapp 15% sogar einen "ungewöhnlich starken" Anstieg. Für den globalen Einkauf gehen 51% der Befragten davon aus, dass die Preise stagnieren oder sinken. Beides spiegelt sich in den entsprechenden Indices (91 zu 33 Punkten).

 

27.2.07 13:58, kommentieren

Einkaufsleiter glauben an die Kraft ihres eigenen Unternehmens

Über 82% der befragten Einkaufsprofis sehen das aktuelle Wirtschaftsklima als "eher gut" oder "gut". Allerdings ist die gesamtwirtschaftliche Stimmungslage nur für 20% eindeutig positiv. Auf Sicht von 12 Monaten erwarten 53% der Einkäufer eine Verbesserung der Wirtschaftsstimmung, nur 14,8% eine Verschlechterung.

Erstaunlich ist, dass über alle Größenklassen hinweg die Erwartungen für das eigene Unternehmen fast 60% positiver ausfallen als für das wirtschaftliche Umfeld. Der hohe Stand des EKW-Substanzindexes ist ein Indiz dafür, dass die deutsche Wirtschaft mittelfristig noch mehr Potenzial hat als ihre Akteure vermuten.

Auch in größengewichteter Form sind die Erwartungen der Einkäufer für die nächsten 6 bzw. 12 Monate eher positiv. Die EKW-Stimmungsindikatoren zeigen jeweils einen positiven Stand von 36 bzw. 35 Punkten.

22.2.07 16:41, kommentieren

Starke Umfragebeteiligung!

507 Einkaufs-Entscheider vollkommen unterschiedlicher Unternehmen aus ganz Deutschland haben am Einkaufsmanager-Wirtschaftsboard 1/2007 teilgenommen. Einkaufsleiter von weltbekannten Großkonzernen genauso wie Einkäufer kleinerer und größerer Unternehmen des deutschen Mittelstands. Um ein möglichst realistisches Bild der Wirtschaftsentwicklung zu erhalten, haben wir die Antworten nach Betriebsgrößen gewichtet. Das genaue Verfahren orientiert sich an dem Algorithmus der renommierten ifo-Konjunkturtests.

Lagertrend-Index und EKW-Substanzindex berechnen sich jeweils aus dem Quotient der verglichenen Indices mal 100.

29.1.07 13:47, kommentieren